Aufgabe
Die Aufgabe im Modul Städtebau + Gebäudelehre I bestand darin, ein experimentelles Atelierhaus in Wismar zu entwerfen. Dabei sollten sowohl städtebauliche als auch architektonische Aspekte berücksichtigt werden.
Das Semester war in mehrere Teilaufgaben gegliedert: Von der Analyse städtebaulicher Grundlagen, über die Auswahl einer Baulücke im Planungsgebiet, bis hin zum Entwurf eines Baukörpers mit den vorgegebenen Maßen 10 m x 30 m x 20 m.
Grundlage der Aufgabe waren die räumlichen, strukturellen und konstruktiven Entdeckungen von zuvor analysierten Referenzgebäuden - Themen und Prinzipien sollten für den eigenen Entwurf geschöpft werden.
Der Entwurf selbst sollte hierbei nicht nur funktionale Anforderungen erfüllen und sich städtebaulich eingliedern, sondern auch durch Raumgestaltung, Materialität, Lichtführung und Atmosphärengestaltung überzeugen und aufgestellten Konzepten folgen. Es sollte eine öffentliche Nutzung integriert werden, um Synergien mit dem Quartier zu schaffen.

Umsetzung
Neben der Lückensuche und der städtebaulichen Analyse Wismars beschäftigten wir uns mit dem Referenzprojekt “Esherick House” von Louis I. Kahn (1961). Mit verschiedenen inspirierten Konzepten entwarfen wir ein Gebäude am Westhafen von Wismar. 
Das Hauptkonzept unseres Mehrfamilienhauses basiert auf einer klaren räumlichen Trennung: Kleine, geschlossene, dienende Räume befinden sich jeweils auf der unteren Etage einer Wohnung, während die oberen Etagen aus offenen, bedienten Bereichen bestehen. Jede Wohnung erstreckt sich somit über zwei Ebenen. Dieses Prinzip ermöglicht verschiedene Ebenen der Gemeinschaft, auf denen Menschen aufeinandertreffen – gleichzeitig sind die dienenden Räume funktional integriert. Um auch in der Tiefe der Wohnungen für ausreichend Tageslicht zu sorgen, wurden sogenannte „Lichtfluten“ (Öffnungen in den Geschossdecken) eingeplant.
Die Fassadengestaltung folgt dem Konzept von Offenheit und Geschlossenheit. In den Wohnungen ersetzen Vorhänge feste Wände, sodass die Bewohner selbst entscheiden können, welche Bereiche offen oder privat bleiben. Die wellenartige Struktur der Vorhänge greift die Bewegung der anliegenden Ostsee auf.
vertikale Erschließung
vertikale Erschließung
offene, bediente Räume & geschlossene, dienende Räume
offene, bediente Räume & geschlossene, dienende Räume
Drehung dienender Räume
Drehung dienender Räume
Lichtfluten
Lichtfluten
grünes Zusammenkommen
grünes Zusammenkommen
Das Konzept des Mehrfamilienhauses verbindet eine klare räumliche Organisation mit unterschiedlichen Ebenen der Gemeinschaft. Die vertikale Erschließung erfolgt an wechselnden Stellen und schafft auf mehreren Geschossen kommunikative Treffpunkte, wodurch ein dorfähnliches Miteinander innerhalb des Gebäudes entsteht. Jede Wohnung erstreckt sich über zwei Ebenen: Während sich die dienenden, geschlossenen Räume im unteren Bereich befinden, öffnen sich die oberen Ebenen zu großzügigen Wohnbereichen. Zusätzliche Deckenöffnungen („Lichtfluten“) bringen Tageslicht tief in das Gebäude und fördern die räumliche Verbindung der Geschosse. Die Fassadengestaltung greift das Prinzip von Offenheit und Geschlossenheit auf, indem Vorhänge anstelle fester Trennwände den Bewohnern ermöglichen, selbst über Privatheit und Offenheit zu entscheiden. Die wellenartige Struktur der Vorhänge nimmt dabei gestalterisch Bezug auf die Bewegung der Ostsee.
Ebene 6
Ebene 6
Ebene 5
Ebene 5
Ebene 4
Ebene 4
Ebene 3
Ebene 3
Ebene 2
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Ebene 1
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Ebene 0
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